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Wasserqualität bei kolloidalen Dispersionen

Zuletzt aktualisiert: 10.07.2026

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Welches Wasser eignet sich für kolloidale Dispersionen?

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Wasserqualität Reinstwasser Aqua bidest Kolloidherstellung Leitwert

 Welches Wasser eignet sich für kolloidale Dispersionen?


 Willkommen in der Colloimed Akademie. Diese Lektion erklärt verständlich, welche Wasserqualität für die Herstellung kolloidaler Dispersionen geeignet ist, was der Leitwert aussagt und wodurch sich unerwünschte Verunreinigungen vermeiden lassen.

Becherglas mit klarem Reinstwasser und AquaCollo als Grundlage für kolloidale Dispersionen

Wasser bildet die Grundlage jeder kolloidalen Dispersion. Seine Reinheit beeinflusst den Herstellungsprozess, die elektrische Leitfähigkeit und die Stabilität des fertigen Produkts.

Bereits geringe Mengen gelöster Salze, Mineralstoffe oder anderer Rückstände können mit dem Elektrodenmaterial reagieren und das Ergebnis verändern. Für eine möglichst kontrollierte Herstellung ist deshalb nicht irgendein Wasser geeignet, sondern eine möglichst reine und nachvollziehbare Ausgangsbasis.

In dieser Lektion wird erklärt, welche Wasserarten geeignet sind, was der Leitwert aussagt und wodurch sich Verunreinigungen vermeiden lassen.

Was diese Lektion vermittelt


Nach dieser Lektion lässt sich besser einordnen,

  • warum Wasserqualität für kolloidale Dispersionen wichtig ist,
  • was der Leitwert in µS/cm beschreibt,
  • worin sich Reinstwasser, Aqua bidest und gewöhnliches destilliertes Wasser unterscheiden,
  • weshalb Leitungswasser und Mineralwasser ungeeignet sind,
  • wie Gefäße, Lagerung und Arbeitsweise die Wasserqualität beeinflussen,
  • warum einzelne Elektrodenmaterialien unterschiedliche Startbedingungen benötigen.

Wasser ist mehr als ein Trägermedium


Die Wasserqualität prägt den gesamten Herstellungsprozess.

Bei der Herstellung kolloidaler Dispersionen dient Wasser nicht nur als neutrale Flüssigkeit. Es bildet das Medium, in dem Ionen und fein verteilte Partikel entstehen und verteilt bleiben.

Sind bereits vor Beginn Mineralstoffe, Salze oder andere gelöste Substanzen vorhanden, nehmen diese am elektrischen Prozess teil. Dadurch können unerwünschte Reaktionen, Ablagerungen, Trübungen oder größere Partikelverbände entstehen.

Je reiner die Ausgangsbasis ist, desto besser lassen sich die Bedingungen während der Herstellung kontrollieren.

💡Merke


Die Reinheit des Elektrodenmaterials allein reicht nicht aus. Auch das verwendete Wasser gehört zu den entscheidenden Ausgangsstoffen einer kolloidalen Dispersion.

Was bedeutet Leitwert?


Ein Messwert für elektrisch leitfähige Bestandteile im Wasser.

Der elektrische Leitwert beschreibt, wie gut Wasser elektrischen Strom leitet. Angegeben wird er meist in Mikrosiemens pro Zentimeter:

µS/cm

Reines Wasser leitet elektrischen Strom nur sehr schwach. Enthält es gelöste Salze, Mineralstoffe oder andere elektrisch geladene Bestandteile, steigt seine Leitfähigkeit.

Ein höherer Leitwert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das Wasser für die Kolloidherstellung besser geeignet ist. Häufig zeigt er vielmehr an, dass bereits eine größere Menge gelöster Stoffe vorhanden ist.

Der Leitwert liefert damit einen wichtigen Orientierungswert für die Auswahl des Wassers. Er zeigt jedoch nicht, welche Stoffe sich im Wasser befinden. Zwei Wasserproben können denselben Leitwert besitzen und dennoch unterschiedlich zusammengesetzt sein.

Was sagt ein niedriger Leitwert aus?


Wenige gelöste Ionen schaffen kontrollierte Ausgangsbedingungen

Ein sehr niedriger Ausgangsleitwert spricht dafür, dass nur wenige elektrisch leitfähige Stoffe im Wasser gelöst sind. Für viele kolloidale Herstellungsprozesse ist dies eine gute Voraussetzung.

Als allgemeine Ausgangsbasis hat sich Reinstwasser beziehungsweise Aqua bidest mit einem Leitwert von ungefähr 1 µS/cm oder darunter bewährt.

Der gemessene Wert kann je nach Messgerät, Temperatur, Aufbewahrung und Kontakt mit der Umgebung geringfügig abweichen. Ein einzelner Messwert sollte daher immer als Orientierung und nicht als vollständiger Reinheitsnachweis verstanden werden.

Reinstwasser und Aqua bidest


Reine Ausgangsbedingungen für kontrollierte Herstellungsprozesse

Reinstwasser ist stark gereinigtes Wasser, aus dem ein großer Teil der ursprünglich vorhandenen Mineralstoffe, Salze und weiteren Verunreinigungen entfernt wurde.

Aqua bidestillata, häufig als Aqua bidest bezeichnet, ist zweifach destilliertes Wasser. Reinstwasser kann auch durch andere geeignete Aufbereitungsverfahren eine vergleichbar hohe Reinheit erreichen.

Für die Herstellung kolloidaler Dispersionen bietet eine solche Wasserqualität mehrere Vorteile:

  • sehr niedriger Ausgangsleitwert,
  • geringe Menge an Fremdionen,
  • besser kontrollierbare Herstellungsbedingungen,
  • geringeres Risiko unerwünschter Reaktionen,
  • gute Vergleichbarkeit verschiedener Herstellungsdurchgänge.

Entscheidend ist nicht allein die Bezeichnung auf dem Behälter. Auch Lagerung, Verpackung, mögliche Zusätze und der tatsächlich gemessene Leitwert sollten berücksichtigt werden.

AquaCollo als kontrollierte Ausgangsbasis


AquaCollo ist ein bidestilliertes und entsalztes Reinstwasser, das speziell als Ausgangsbasis für die Herstellung kolloidaler Dispersionen angeboten wird.

Es besitzt einen sehr niedrigen Leitwert von unter 1 µS/cm und enthält keine zugesetzten Mineralstoffe oder sonstigen Zusätze. Dadurch befinden sich zu Beginn des Herstellungsprozesses nur sehr wenige elektrisch leitfähige Fremdstoffe im Wasser.

Für viele Kolloide bietet AquaCollo deshalb besonders günstige Voraussetzungen:

  • sehr niedriger und kontrollierter Ausgangsleitwert,
  • geringe Menge an Fremdionen,
  • keine nachträgliche Mineralisierung,
  • keine unnötigen Zusätze,
  • geringeres Risiko unerwünschter Reaktionen,
  • gut vergleichbare Bedingungen zwischen mehreren Ansätzen.

Insbesondere bei Materialien wie Silber und vielen weiteren Elektrodenwerkstoffen ist eine möglichst reine und schwach leitende Ausgangsbasis vorteilhaft. Der Herstellungsprozess beginnt dadurch unter klar definierten Bedingungen, ohne dass bereits größere Mengen fremder Salze oder Mineralstoffe am elektrischen Prozess teilnehmen.

AquaCollo ist dennoch nicht für jedes Material unter allen Bedingungen automatisch die optimale unveränderte Ausgangsbasis. Bei Gold kann ein Leitwert von unter 1 µS/cm im Niedervoltverfahren dazu führen, dass der Stromfluss nur sehr langsam einsetzt oder der Herstellungsprozess deutlich länger dauert.

Für kolloidales Gold hat sich je nach Gerät und Verfahren häufig ein etwas höherer Startleitwert bewährt. Die konkreten Bedingungen werden deshalb im Kurs "Kolloidales Gold richtig herstellen" gesondert erklärt.

Weitere Informationen zur Zusammensetzung und Wasserqualität von AquaCollo.

💡Merke


AquaCollo bietet für viele kolloidale Herstellungsprozesse eine besonders reine und kontrollierte Ausgangsbasis. Bei Gold müssen zusätzlich das Herstellungsverfahren, das verwendete Gerät und der erforderliche Startleitwert berücksichtigt werden.

Ist gewöhnliches destilliertes Wasser geeignet?


Destilliertes Wasser kann unterschiedlich rein sein. Die Bezeichnung allein sagt nicht zuverlässig aus, wie niedrig der Leitwert ist oder ob nach der Herstellung weitere Stoffe zugesetzt wurden.

Ein geeignetes Produkt sollte möglichst

  • einen sehr niedrigen Leitwert besitzen,
  • frei von Duftstoffen und Reinigungszusätzen sein,
  • keine Stabilisatoren enthalten,
  • in einem sauberen und geeigneten Behälter aufbewahrt worden sein,
  • für empfindliche technische oder analytische Anwendungen vorgesehen sein.

Gewöhnliches destilliertes Wasser aus dem Handel kann daher nicht grundsätzlich mit hochwertigem Aqua bidest oder kontrolliertem Reinstwasser gleichgesetzt werden.

Steht kein Aqua bidest zur Verfügung, sollte die alternative Wasserqualität vor der Verwendung zumindest durch eine Leitwertmessung geprüft werden. Der Leitwert allein kann eine vollständige Analyse allerdings nicht ersetzen.

ℹ️Gut zu wissen

„Destilliert“ ist keine Garantie für einen bestimmten Leitwert.

Wasser kann durch Lagerung, Abfüllung und Kontakt mit der Umgebung erneut Stoffe aufnehmen. Auch ein ursprünglich sehr reines Wasser verändert sich, sobald es mit ungeeigneten Gefäßen, Rückständen oder Verunreinigungen in Berührung kommt.

Geöffnete Glasflasche mit klarem Wasser als Symbol dafür, dass destilliertes Wasser keine Garantie für einen bestimmten Leitwert ist

Warum Leitungswasser ungeeignet ist


Mineralstoffe und Salze verändern die Reaktionsbedingungen

Leitungswasser enthält je nach Region unterschiedliche Mengen an Mineralstoffen und Salzen. Dazu können unter anderem Calcium-, Magnesium-, Natrium- und Chloridverbindungen gehören.

Diese Bestandteile sind für gewöhnliches Trinkwasser normal. Bei der kontrollierten Herstellung einer kolloidalen Dispersion können sie jedoch unerwünschte Reaktionen mit den Elektroden oder den freigesetzten Materialbestandteilen verursachen.

Mögliche Folgen sind:

  • unkontrolliert hoher Stromfluss,
  • veränderte Elektrodenreaktionen,
  • Ablagerungen an den Elektroden,
  • Trübungen oder Flocken,
  • größere Partikelverbände,
  • schlechter reproduzierbare Ergebnisse.

Auch abgekochtes Leitungswasser ist nicht geeignet. Durch das Abkochen werden die gelösten Mineralstoffe nicht zuverlässig entfernt. Ein Teil der Stoffe kann sich durch die Verdunstung des Wassers sogar stärker konzentrieren.

Warum Mineralwasser nicht geeignet ist


Mineralwasser enthält definitionsgemäß gelöste Mineralstoffe. Gerade diese Bestandteile erhöhen die elektrische Leitfähigkeit und können während der Kolloidherstellung mit dem Elektrodenmaterial reagieren.

Ob still, medium oder mit Kohlensäure: Mineralwasser ist keine geeignete Ausgangsbasis für eine kontrollierte kolloidale Dispersion.

Kohlensäure kann außerdem den pH-Wert verändern und zusätzliche Reaktionen begünstigen.

Ist Osmosewasser ausreichend?


Entscheidend ist die tatsächlich erreichte Wasserqualität

Bei der Umkehrosmose wird Wasser durch eine sehr feine Membran geführt. Dabei wird ein großer Teil der gelösten Stoffe zurückgehalten.

Die tatsächlich erreichbare Wasserqualität hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:

  • Qualität und Zustand der Membran,
  • Ausgangsqualität des Leitungswassers,
  • Anzahl und Art der Filterstufen,
  • Wartung der Anlage,
  • mögliche nachgeschaltete Mineralisierung,
  • Sauberkeit von Leitungen und Vorratsbehältern.

Osmosewasser kann eine sehr gute Ausgangsbasis sein, sofern die Anlage entsprechend ausgelegt ist und das erzeugte Wasser einen ausreichend niedrigen Leitwert besitzt.

Anlagen für Trinkwasser enthalten teilweise eine Remineralisierungsstufe. Dadurch werden dem gereinigten Wasser gezielt Mineralstoffe zugesetzt. Für die Herstellung kolloidaler Dispersionen wäre eine solche Nachmineralisierung nicht sinnvoll.

Entscheidend ist deshalb nicht allein das verwendete Verfahren, sondern die Wasserqualität am tatsächlichen Auslass.

Fremdionen und ihre Bedeutung


Kleine Rückstände können den Herstellungsprozess beeinflussen

Als Fremdionen werden elektrisch geladene Bestandteile bezeichnet, die bereits vor Beginn der eigentlichen Herstellung im Wasser vorhanden sind.

Sie können beispielsweise aus folgenden Quellen stammen:

  • Mineralstoffen im Ausgangswasser,
  • Reinigungsmittelrückständen,
  • ungeeigneten Gefäßen,
  • Metallbesteck oder anderen Werkzeugen,
  • nicht vollständig gespülten Leitungen,
  • Verunreinigungen an Elektroden und Halterungen.

Während des Herstellungsprozesses können Fremdionen mit dem Elektrodenmaterial reagieren. Dadurch entstehen unter Umständen Verbindungen, die nicht Teil der gewünschten Dispersion sein sollen.

Eine saubere Arbeitsweise dient daher nicht nur der optischen Sauberkeit, sondern gehört unmittelbar zur Qualitätskontrolle.

Saubere Gefäße und Hilfsmittel


Sauberkeit schützt die Qualität des Ausgangswassers

Auch hochwertiges Reinstwasser kann durch ein nicht ausreichend sauberes Gefäß schnell verunreinigt werden.

Geeignet sind insbesondere saubere Glasgefäße, die ausschließlich für die Kolloidherstellung verwendet werden. Rückstände von Spülmitteln, Kalk, Lebensmitteln oder früheren Herstellungsdurchgängen sollten vermieden werden.

Vor der Verwendung empfiehlt sich:

  1. Das Gefäß gründlich mit sauberem Wasser ausspülen.
  2. Abschließend mit einer kleinen Menge Reinstwasser nachspülen.
  3. Das Gefäß ohne fuselnde Tücher trocknen lassen oder unmittelbar verwenden.
  4. Die Innenseite danach nicht mehr mit den Fingern berühren.

Auch Glasrührstäbe, Trichter und andere Hilfsmittel sollten sauber, rückstandsfrei und möglichst ausschließlich für diesen Zweck vorgesehen sein.

💡Merke


Reinstwasser bleibt nur so rein wie das Gefäß, mit dem es in Kontakt kommt.

Auch das Gefäß beeinflusst die Wasserqualität


Nicht nur das verwendete Wasser, sondern auch das Gefäß kann die Ausgangsbedingungen verändern. Rückstände, ungeeignete Beschichtungen oder nicht eindeutig bezeichnete Glassorten können die Reinheit des Wassers und die Eigenschaften der fertigen Dispersion beeinflussen.

Für kontrollierte Bedingungen werden saubere, geeignete Gefäße aus Borosilikatglas bevorzugt. Ausführliche Hinweise zu Bechergläsern, Flaschenmaterialien, Verschlüssen und Reinigung enthält die Lektion „Becherglas, Arbeitsplatz & Sauberkeit“.

Becherglas und Arbeitsplatz richtig vorbereiten

Elektroden und Halterungen


Vor jeder Herstellung sollten die Elektroden sauber und frei von sichtbaren Rückständen sein. Ablagerungen aus einem früheren Durchgang können den Stromfluss und die Materialabgabe verändern.

Dabei ist zu beachten:

  • Die Elektroden werden passend zum jeweiligen Material gereinigt.
  • Schleifmittel dürfen keine fremden Metallbestandteile übertragen.
  • Gereinigte Elektroden sollten nicht an der später eingetauchten Fläche berührt werden.
  • Elektrodenhalter und Adapter dürfen nicht unnötig in das Wasser eintauchen.
  • Zwischen unterschiedlichen Elektrodenmaterialien sollten Werkzeuge gereinigt oder getrennt verwendet werden.

Besonders bei empfindlichen oder spröden Materialien ist eine schonende Reinigung wichtig.

Wasser richtig entnehmen und lagern


Reinstwasser kann Stoffe aus der Umgebung aufnehmen

Reinstwasser nimmt nach dem Öffnen Stoffe aus seiner Umgebung auf. Auch Kohlendioxid aus der Luft kann sich im Wasser lösen und den Messwert geringfügig verändern.

Für die Lagerung gelten deshalb einige einfache Grundregeln:

  • Behälter nach der Entnahme wieder verschließen,
  • Wasser kühl und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt lagern,
  • nicht aus dem Produktionsgefäß in den Vorratsbehälter zurückgießen,
  • saubere Trichter und Hilfsmittel verwenden,
  • Verschluss und Flaschenöffnung nicht mit ungewaschenen Händen berühren,
  • keine offenen Gefäße über längere Zeit stehen lassen.

Ein geringfügig veränderter Leitwert nach dem Öffnen bedeutet nicht automatisch, dass das Wasser unbrauchbar ist. Auffällige Veränderungen oder deutlich erhöhte Werte sollten jedoch geprüft werden.

Leitwert richtig messen


Saubere Messbedingungen schaffen vergleichbare Werte

Für eine aussagekräftige Messung sollte das Leitwertmessgerät sauber und für niedrige Messbereiche geeignet sein.

Vor der Messung empfiehlt sich:

  1. Messsonde beziehungsweise Elektroden mit Reinstwasser abspülen.
  2. Eine kleine Wasserprobe in ein sauberes Gefäß geben.
  3. Das Messgerät entsprechend der Anleitung eintauchen.
  4. Warten, bis sich der Wert stabilisiert.
  5. Die Wasserprobe nach der Messung nicht zurück in den Vorratsbehälter geben.

Die Temperatur kann den Messwert beeinflussen. Geräte mit automatischer Temperaturkompensation gleichen diesen Effekt teilweise aus.

Einfache Leitwertanzeigen an Kolloidgeneratoren liefern eine hilfreiche Orientierung. Sie ersetzen jedoch kein kalibriertes Leitfähigkeitsmessgerät, wenn besonders genaue Vergleichswerte benötigt werden.

Kann der Leitwert auch zu niedrig sein?


Einzelne Materialien benötigen besondere Startbedingungen

Für viele Materialien ist ein sehr niedriger Leitwert die gewünschte Ausgangsbasis. Bei einzelnen Elektrodenmaterialien kann ein extrem schwach leitendes Wasser jedoch dazu führen, dass der Herstellungsprozess nur langsam beginnt.

Das bedeutet nicht, dass das Wasser schlecht ist. Vielmehr hängt der Stromfluss vom Zusammenspiel aus Wasserqualität, Elektrodenmaterial, Spannung, Temperatur, Elektrodenabstand und Geräteeinstellung ab.

Ein künstliches Erhöhen des Leitwerts durch Salz, Mineralwasser oder andere Zusätze ist keine geeignete Lösung. Dadurch würden Fremdionen eingebracht und die kontrollierten Ausgangsbedingungen verändert.

Stattdessen sollten die materialspezifischen Hinweise des verwendeten Geräts und der jeweiligen Elektrode berücksichtigt werden.

Unterschiedliche Materialien, unterschiedliche Bedingungen


Nicht jedes Elektrodenmaterial reagiert gleich

Die grundlegenden Anforderungen an sauberes Wasser gelten für alle kolloidalen Dispersionen. Dennoch reagieren Elektrodenmaterialien nicht vollständig gleich.

Silber lässt sich in sehr reinem Wasser meist vergleichsweise unkompliziert verarbeiten. Gold kann im Niedervoltverfahren bei einem extrem niedrigen Leitwert langsamer anlaufen. Andere Materialien können empfindlicher auf Rückstände, Oxidation oder ungeeignete Startbedingungen reagieren.

Deshalb enthält jeder materialspezifische Herstellungskurs ergänzende Angaben zur empfohlenen Wasserqualität und zu möglichen Besonderheiten.

Diese zentrale Lektion vermittelt die allgemeinen Grundlagen. Die konkreten Geräteeinstellungen und materialspezifischen Bedingungen werden jeweils im zugehörigen Herstellungskurs erklärt.

Typische Fehler bei der Wasserwahl


Viele Probleme beginnen bereits vor der Herstellung

Nur auf die Bezeichnung achten:

„Destilliertes Wasser“ kann je nach Herstellung, Abfüllung und Lagerung sehr unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Der Leitwert und mögliche Zusätze sollten mitberücksichtigt werden.

Einen hohen Leitwert als Vorteil verstehen:

Ein höherer Leitwert erleichtert zwar grundsätzlich den Stromfluss, weist aber meist auf mehr gelöste Stoffe hin. Für die Reinheit der Dispersion ist dies nicht automatisch vorteilhaft.

Leitungswasser abkochen:

Abkochen entfernt gelöste Mineralstoffe nicht zuverlässig und macht Leitungswasser nicht zu Reinstwasser.

Salz oder Mineralwasser hinzugeben:

Dadurch steigt zwar die Leitfähigkeit, gleichzeitig gelangen jedoch unerwünschte Fremdionen in den Herstellungsprozess.

Saubere Elektroden in ein verunreinigtes Gefäß stellen:

Die Qualität der Ausgangsstoffe kann durch Spülmittel-, Kalk- oder Materialrückstände im Gefäß beeinträchtigt werden.

Wasserproben zurückschütten:

Bereits entnommenes oder gemessenes Wasser sollte nicht wieder in den Vorratsbehälter gegeben werden.

ℹ️Gut zu wissen

 Ein niedriger Leitwert ist eine wichtige Orientierung, aber kein alleiniger Qualitätsnachweis.

Die Leitwertmessung zeigt die Summe der elektrisch leitfähigen Bestandteile. Sie zeigt nicht, welche Stoffe vorhanden sind, und erfasst nicht jede mögliche Verunreinigung gleichermaßen.

Für eine hochwertige Ausgangsbasis müssen deshalb mehrere Faktoren zusammenpassen:

  • geeignetes Reinigungsverfahren,
  • niedriger Leitwert,
  • keine unnötigen Zusätze,
  • saubere Verpackung,
  • sachgerechte Lagerung,
  • rückstandsfreie Gefäße und Hilfsmittel.
Becherglas mit Wasser und digitalem Leitwertmessgerät zur Prüfung der Wasserqualität

Zusammenfassung


Wasser gehört zu den wichtigsten Ausgangsstoffen bei der Herstellung kolloidaler Dispersionen.

Als bevorzugte Basis eignet sich hochwertiges Reinstwasser beziehungsweise Aqua bidest mit einem sehr niedrigen Leitwert. Leitungswasser, Mineralwasser und Wasser mit zugesetzten Mineralstoffen sind ungeeignet, da sie bereits zahlreiche gelöste Bestandteile enthalten.

Der Leitwert hilft bei der Beurteilung der Wasserqualität, stellt jedoch keinen vollständigen Reinheitsnachweis dar. Ebenso wichtig sind saubere Gefäße, gepflegte Elektroden, geeignete Hilfsmittel und eine geschützte Lagerung.

Die allgemeinen Grundlagen gelten für alle Herstellungsprozesse. Materialspezifische Besonderheiten werden in den jeweiligen Kursen zu Gold, Silber, Platin und weiteren Elementen vertieft.

Häufige Fragen zur Wasserqualität


Die wichtigsten Antworten zu Reinstwasser, Leitwert und geeigneten Ausgangsbedingungen

Als allgemeine Ausgangsbasis hat sich Reinstwasser beziehungsweise Aqua bidest mit einem Leitwert von ungefähr 1 µS/cm oder darunter bewährt. Je nach Material, Messgerät und Herstellungsverfahren können abweichende Startbedingungen auftreten.

Das hängt von der tatsächlichen Qualität ab. Der Begriff „destilliertes Wasser“ garantiert keinen bestimmten Leitwert und schließt Zusätze oder spätere Verunreinigungen nicht aus. Vor einer Verwendung sollten Leitwert, Produktangaben und vorgesehener Einsatzzweck geprüft werden.

Nein. Durch Abkochen werden gelöste Mineralstoffe und Salze nicht zuverlässig entfernt. Leitungswasser wird dadurch nicht zu Reinstwasser.

Gut aufbereitetes Osmosewasser kann geeignet sein, wenn es einen sehr niedrigen Leitwert besitzt und nach der Filtration nicht remineralisiert wird. Die Qualität hängt stark von Anlage, Membran, Wartung und Ausgangswasser ab.

Sehr reines Wasser nimmt Stoffe aus der Umgebung auf. Dazu gehören Bestandteile aus der Luft, dem Behälter oder verwendeten Hilfsmitteln. Kleine Veränderungen sind deshalb möglich.

Nein. Der Leitwert zeigt die Gesamtmenge elektrisch leitfähiger Bestandteile, aber nicht deren genaue Zusammensetzung. Er ist ein wichtiger Orientierungswert, jedoch keine vollständige Wasseranalyse.

Für eine kontrollierte Kolloidherstellung sollte kein Salz zugegeben werden. Dadurch gelangen Fremdionen in das Wasser, die mit dem Elektrodenmaterial reagieren und die Zusammensetzung der Dispersion verändern können.

Elektrodenmaterialien besitzen unterschiedliche physikalische und elektrochemische Eigenschaften. Deshalb kann sich das Startverhalten trotz gleicher Wasserqualität unterscheiden. Die jeweiligen Besonderheiten werden in den materialspezifischen Herstellungskursen erklärt.

Klares Reinstwasser im Laborgefäß als Symbol für das Quiz zur Wasserqualität

Wissen zur Wasserqualität überprüfen

Das abschließende Quiz greift die wichtigsten Grundlagen und typische Praxissituationen dieser Lektion auf.

Die Fragen können frei beantwortet werden. Für die persönliche Auswertung und das vollständige Ergebnis ist eine kostenlose Anmeldung erforderlich.

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Nicht jedes Wasser eignet sich gleichermaßen für kolloidale Dispersionen. Diese Lektion erklärt verständlich, welche Anforderungen Wasser erfüllen sollte und warum Reinheit und Leitwert die Grundlage einer sauberen Herstellung bilden.
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1. Welche Wasserqualität eignet sich für viele kolloidale Herstellungsprozesse besonders gut?
Reinstwasser beziehungsweise Aqua bidest mit sehr niedrigem Leitwert. Stilles Mineralwasser, weil es keine Kohlensäure enthält. Leitungswasser, wenn es besonders klar aussieht.
2. Was beschreibt der elektrische Leitwert des Wassers?
Er zeigt, wie schnell sich das Wasser erwärmen lässt. Er zeigt, wie gut das Wasser elektrischen Strom leitet. Er zeigt exakt, welche Mineralstoffe im Wasser enthalten sind.
3. Warum reicht die Bezeichnung „destilliertes Wasser“ allein nicht immer aus?
Weil destilliertes Wasser grundsätzlich einen sehr hohen Salzgehalt besitzt. Weil destilliertes Wasser nur innerhalb weniger Minuten verwendet werden darf. Weil Leitwert, Zusätze, Verpackung und Lagerung je nach Produkt unterschiedlich sein können.
4. Warum wird Leitungswasser durch Abkochen nicht zu Reinstwasser?
Weil abgekochtes Wasser grundsätzlich keinen Strom mehr leiten kann. Weil gelöste Mineralstoffe und Salze beim Abkochen nicht zuverlässig entfernt werden. Weil Leitungswasser nach dem Kochen automatisch zu Mineralwasser wird.
5. Szenario – Eine Umkehrosmoseanlage besitzt nach der Membran eine Remineralisierungsstufe. Das Wasser zeigt danach einen deutlich höheren Leitwert. Wie ist das einzuordnen?
Die Remineralisierung kann wieder Mineralstoffe hinzufügen und das Wasser für die Kolloidherstellung weniger geeignet machen. Ein höherer Leitwert beweist, dass das Wasser besonders rein ist. Die Osmoseanlage muss nur länger laufen, dann verschwinden die zugesetzten Mineralstoffe wieder
6. Warum sollte der Leitwert nicht durch Kochsalz oder Mineralwasser künstlich erhöht werden?
Weil dadurch das Wasser sofort trüb wird. Weil der Kolloidgenerator dadurch grundsätzlich nicht mehr startet. Weil dadurch zusätzliche Fremdionen in den Herstellungsprozess gelangen.
7. Szenario – Eine Wasserprobe wurde mit einem Leitwertmessgerät geprüft. Was sollte danach mit dieser Probe geschehen?
Sie sollte zurück in den Vorratsbehälter gegossen werden, damit nichts verschwendet wird. Sie sollte verworfen und nicht wieder in den Vorratsbehälter zurückgegeben werden. Sie sollte mit Mineralwasser aufgefüllt und für den nächsten Ansatz aufbewahrt werden.
8. Szenario – Bei der Herstellung mit Gold beginnt der Stromfluss in sehr reinem Wasser nur langsam. Was ist die sinnvollste Reaktion?
Etwas Kochsalz hinzufügen, damit der Strom schneller fließt. Das Wasser sofort entsorgen, weil ein niedriger Leitwert auf schlechte Qualität hinweist. Die Hinweise zum Elektrodenmaterial, Gerät und empfohlenen Startleitwert prüfen.
9. Szenario – Eine fertige Dispersion zeigt nach dem Abfüllen eine ungewöhnliche Farbe oder einen auffälligen Geruch. Was sollte zuerst überprüft werden?
Flasche, Verschluss, Dichtung, Reinigung und mögliche Rückstände. Ob die Flasche im richtigen Mondlicht gelagert wurde. Ob das Etikett gerade aufgeklebt wurde.
10. Expertenfrage: Welche Probe ist am zuverlässigsten einzuordnen? A – 0,7 µS/cm, frisch entnommen und kontrolliert gemessen | B – 0,5 µS/cm, zwei Tage offen gelagert und auffälliger Geruch | C – 0,6 µS/cm, unbekannte Herkunft und Messung ohne Temperaturkompensation
Probe B, weil sie den niedrigsten Leitwert besitzt. Probe A, weil Herkunft, Lagerung, Gefäß und Messbedingungen nachvollziehbar sind. Probe C, weil ein niedriger Messwert ohne Temperaturkompensation besonders aussagekräftig ist.
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