Colloimed Wissen · Gold verstehen
Was steckt hinter dem geheimnisvollen Blutgold nach Paracelsus? Rot gefärbtes Goldwasser wird heute unter Bezeichnungen wie Blutgold, monoatomares Gold, ORMUS, ORME oder alchemistisches Gold beschrieben. Häufig werden damit außergewöhnliche Eigenschaften, hohe Goldkonzentrationen und besondere atomare Zustände verbunden. Doch handelt es sich tatsächlich um isolierte Goldatome oder um Cluster und Nanopartikel? Was ist messbar – und wo beginnen unbelegte Behauptungen?
Das erwartet Sie
Kurz erklärt
Auf einen Blick
- „Blutgold“ ist keine eindeutig standardisierte chemische Stoffbezeichnung.
- Fein verteilte Goldnanopartikel können eine rubinrote bis violette Flüssigkeit erzeugen.
- Die Farbe beweist weder isolierte einzelne Goldatome noch eine besondere Wirkung.
- 1.000 ppm entsprechen in Wasser näherungsweise 1.000 mg Gold pro Liter.
- Außergewöhnliche Heil- und Bewusstseinsversprechen sind nicht durch belastbare klinische Nachweise gedeckt.
Grundwissen · Einfach erklärt
Was ist ein Kolloid – und warum können darin Nanopartikel vorkommen?
Ein Kolloid ist ein Stoffsystem, in dem besonders kleine Teilchen oder Tröpfchen in einem anderen Medium verteilt sind. Bei einem typischen Goldkolloid befinden sich fein verteilte Goldpartikel im Wasser. Nanopartikel beschreibt die Größe dieser Partikel, Kolloid dagegen die Art ihrer Verteilung. Das sind also keine Gegensätze.
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Echte Lösung
Einzelne gelöste Teilchen wie Ionen oder Moleküle; kein Partikelkolloid.
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Kolloid
Sehr feine Teilchen sind im Wasser verteilt; sie können Nanopartikel sein.
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Grobe Suspension
Gröbere Teilchen können sich unter Schwerkraft schneller absetzen.
Merke: Ein Goldnanopartikel ist ein Teilchen. Ein Goldkolloid ist das System, in dem viele solcher Teilchen fein verteilt sein können. Lesen Sie dazu auch unser Glossar der Kolloidherstellung.
So erkennen Sie den Unterschied
Goldatom, Goldion, Cluster, Nanopartikel – und das Kolloid
Goldatom
Ein einzelnes neutrales Au-Atom.
Größenordnung: ca. 0,3 nm
Goldion
Elektrisch geladene Goldspezies; die Darstellung ist schematisch.
Unter 1 nm (abhängig von chemischer Umgebung)
Goldcluster
Ein kleiner Verbund mehrerer Goldatome.
Beispielbereich: ca. 0,5–2 nm
Goldnanopartikel
Ein winziges Partikel aus vielen Goldatomen.
Beispielbereich: ca. 2–100 nm
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Goldkolloid
Eine Dispersion mit fein verteilten Goldpartikeln.
Geschichte · Paracelsus
Was ist Blutgold nach Paracelsus?
Der Begriff „Blutgold“ wird für historisch inspirierte, häufig rot gefärbte Goldzubereitungen verwendet. Die Geschichte alchemistischer Goldpräparate ist faszinierend, aber alte Begriffe und Rezepte lassen sich nicht ohne Weiteres mit heutigen chemischen Stoffdefinitionen gleichsetzen.
Der Name Paracelsus allein belegt weder die Zusammensetzung einer modernen Flüssigkeit noch, dass diese nach einem historisch identischen Verfahren hergestellt wurde. Dafür wären eine nachvollziehbare Rezeptur, Materialanalysen und überprüfbare historische Quellen nötig.
Aurum potabile – die historischen Wurzeln des „trinkbaren Goldes“
Die Vorstellung besonderer Goldpräparate reicht in die Geschichte der Alchemie zurück. Unter der lateinischen Bezeichnung Aurum potabile („trinkbares Gold“) beschrieben frühneuzeitliche Ärzte und Alchemisten unterschiedliche Zubereitungen, die nach damaligen Vorstellungen medizinisch nutzbar sein sollten.
In einer späteren Edition der Paracelsus zugeschriebenen Schriften wird zwischen Aurum potabile, Goldöl (Oil of Gold) und der Quintessenz des Goldes unterschieden. Diese historischen Bezeichnungen sind nicht mit heutigen, eindeutig bestimmten chemischen Stoffformen gleichzusetzen. Auch die wissenschaftshistorisch dokumentierte Rezeption von Aurum potabile, etwa bei Francis Anthony im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert, zeigt, wie unterschiedlich solche Goldpräparate verstanden und zubereitet wurden. Historische Quellen und Fachliteratur ↓
Begriffe · Alchemie und Wissenschaft
ORMUS, ORME und monoatomares Gold – was bedeuten diese Begriffe?
In Beschreibungen von Goldzubereitungen begegnen uns unterschiedliche historische und alternativ-alchemistische Bezeichnungen. Sie sind jedoch nicht automatisch Synonyme für dieselbe nachgewiesene Substanz.
| Begriff | Einordnung |
|---|---|
| Blutgold | Historisch beziehungsweise alchemistisch geprägte Bezeichnung für verschiedene, häufig rötliche Goldzubereitungen; keine eindeutige moderne chemische Stoffdefinition. |
| Monoatomares Gold | Wörtlich einzelne, voneinander getrennte Goldatome. Eine entsprechende Zusammensetzung des fertigen Produkts muss analytisch belegt werden. |
| ORMUS | Bezeichnung aus alternativ-alchemistischen Vorstellungen über postulierte besondere Zustände von Elementen; keine wissenschaftlich bestätigte eigenständige Stoffklasse. |
| ORME / ORMEs | Abkürzung für „Orbitally Rearranged Monoatomic Elements“, ein insbesondere mit David Hudson verbundenes Konzept. Seine außergewöhnlichen Materialbehauptungen gelten nicht als wissenschaftlich belegt. |
| M-State-Gold | Weitere Bezeichnung für einen behaupteten speziellen Goldzustand; keine anerkannte analytische Stoffklasse. |
| Weißes Goldpulver | Bezeichnung aus dem ORMUS-/Alchemieumfeld, nicht mit üblichen Goldlegierungen oder einem bestimmten nachgewiesenen Goldstoff gleichzusetzen. |
Nanotechnologie · Optische Eigenschaften
Warum kann Goldwasser tiefrot sein?
Gold erscheint als massives Metall goldgelb. Sehr kleine metallische Goldpartikel können dagegen rot, violett oder bläulich wirkende Dispersionen bilden. Ein wichtiger Grund ist die lokalisierte Oberflächenplasmonenresonanz: Licht regt kollektive Elektronenschwingungen in geeigneten Nanopartikeln an.
Die Farbe hängt unter anderem von Größe, Form, Partikelabstand, Umgebung und Aggregation ab. Aus Rotfärbung allein kann deshalb weder die Reinheit noch die Goldmenge, die exakte Partikelgröße oder eine biologische Wirkung abgeleitet werden.
Erklärende Vergleichsgrafik
Warum kann kolloidales Gold rot, violett oder bläulich aussehen?
Goldnanopartikel wechselwirken abhängig von Größe, Form, Umgebung und Zusammenlagerung mit Licht. Ihre optischen Eigenschaften können deshalb sehr unterschiedlich sein.
Rubinrot
Typisch für bestimmte kleine, relativ gut dispergierte kugelige Goldnanopartikel.
Violett
Möglich bei anderen Größenverteilungen oder Partikelwechselwirkungen.
Bläulich
Kann bei größeren oder zusammenlagerten Strukturen auftreten.
Chemie · Begriffe richtig verwenden
Besteht Blutgold aus einzelnen Goldatomen?
Ein neutrales Goldatom (Au), ein geladenes Goldion und ein metallischer Goldnanopartikel sind unterschiedliche Stoffformen. Ein Goldnanopartikel besteht aus vielen Goldatomen. Kleine Cluster nehmen eine Zwischenstellung ein.
Bei einem physikalischen Herstellungsverfahren können vorübergehend Atome und Cluster entstehen. Welche Formen später in der abgefüllten Flüssigkeit vorliegen, ist eine getrennte Analysefrage. Die Aussage „rein monoatomar“ lässt sich weder durch den Herstellungsnamen noch durch rote Farbe beweisen.
Eine verständliche Einführung finden Sie auch in unserem Wissensartikel Atomares Silber, Silberionen und Nanopartikel – die wissenschaftlichen Unterschiede.
Konzentration · Messwerte
Was bedeuten 1.000 ppm Gold?
„ppm“ steht für parts per million. Bei einer wässrigen Flüssigkeit mit ungefähr 1 kg/L Dichte entsprechen 1.000 ppm als Massenanteil näherungsweise 1.000 mg Gold pro Liter. In 500 ml wären das ungefähr 500 mg beziehungsweise 0,5 g Gold.
Die Konzentration sagt nicht automatisch, ob Gold als Partikel oder gelöste Spezies vorliegt, wie groß die Partikel sind oder wie stabil die Flüssigkeit bleibt. Eine tatsächliche Konzentrationsangabe sollte sich auf eine entsprechende Laboranalyse beziehen.
Kurz geprüft · Konzentration verstehen
10 ppm, 1.000 ppm, 200.000 ppm: Was bedeutet das für 500 ml?
Die Zahl sagt etwas über die Goldmenge, aber nichts darüber, ob die Probe aus Atomen, Ionen oder Nanopartikeln besteht. Die folgende Grafik zeigt stark unterschiedliche Mengen – nicht automatisch unterschiedliche Qualität.
10 ppm
5 mg Gold in 500 ml, näherungsweise.
1.000 ppm
0,5 g Gold in 500 ml, näherungsweise.
200.000 ppm
100 g Gold in 500 ml nur als vereinfachtes theoretisches Beispiel.
Goldgehalt · Materialwert
Was ist das enthaltene Gold tatsächlich wert?
Der Börsenwert des enthaltenen Feingolds lässt sich aus der Goldmenge berechnen. Bei einer wässrigen Dispersion mit ungefähr 1 kg/L Dichte ergeben sich für 500 ml folgende theoretischen Beispiele:
| Konzentration | Gold in 500 ml | Reiner Goldmaterialwert |
|---|---|---|
| 10 ppm | 5 mg (0,005 g) | ca. 0,60 € |
| 1.000 ppm | 500 mg (0,5 g) | ca. 60,19 € |
| 200.000 ppm (theoretisch) | 100 g | ca. 12.037 € |
Rechenbasis: 120,37 € pro Gramm Feingold, historischer Referenzpreis vom 09.10.2026 (GOLD.DE). Bei sehr hohen Massenanteilen ist die vereinfachte Umrechnung von ppm in mg/L nur näherungsweise gültig, da die Dichte der Dispersion abweicht. Insbesondere der Wert für 200.000 ppm ist daher ein vereinfachtes Rechenbeispiel.
Der Goldmaterialwert ist nicht mit dem Verkaufspreis gleichzusetzen: Herstellung, Analytik, Verpackung, Entwicklung, Vertrieb, Mitarbeiter, Steuern uvm. verursachen zusätzliche Kosten. Ein hoher Verkaufspreis ist umgekehrt kein Beleg für Partikelqualität oder gesundheitliche Wirkung.
Stoffbilanz · Nachvollziehbarkeit
100 g Gold eingesetzt – aber wie viel ist im fertigen Blutgold?
Ein großes Ausgangsgewicht bedeutet nicht, dass dieses Material vollständig in der abgefüllten Flüssigkeit enthalten ist. Entscheidend ist die Stoffbilanz: eingesetztes Gold, verbliebenes Ausgangsmaterial, etwaige Verluste und tatsächlich analysierter Goldgehalt des Endprodukts.
Würde man 100 g Gold vollständig in 500 ml verteilen, entspräche das näherungsweise 200.000 mg/L und damit rund 200.000 ppm unter vereinfachter Dichteannahme – nicht 1.000 ppm. Eine deklarierte Konzentration von 1.000 ppm bei 500 ml entspricht dagegen ungefähr 0,5 g enthaltenem Gold.
Das ist kein Beweis, dass eine konkrete Anbieterangabe falsch ist: Die 100 g könnten als Ausgangsmaterial verwendet worden sein, aber ohne vollständig in die Flüssigkeit übergegangen zu sein. Ohne Stoffbilanz und Messprotokoll bleibt der Zusammenhang offen.
Wissenschaft · Bereits 1993
Laserverfahren für Metallkolloide: wissenschaftlich bereits 1993 beschrieben
Die Laserablation in Flüssigkeiten ist keine erst kürzlich entdeckte Grundtechnik. Fojtik und Henglein berichteten 1993 über Laserablation von Gold, Nickel und Kohlenstoff in Flüssigkeiten und die Bildung kolloidaler Dispersionen. Neddersen, Chumanov und Cotton beschrieben im selben Jahr die laserbasierte Herstellung von Kolloiden aus Silber, Gold, Platin, Palladium und Kupfer.
Das schließt eine besondere technische Weiterentwicklung oder eine tatsächlich patentierte spezifische Prozessführung nicht aus. Eine solche Neuheit müsste jedoch präzise benannt werden. Vor allem zeigt die Forschung: Laserablation wird ausdrücklich auch zur Nanopartikelherstellung eingesetzt.
Fojtik und Henglein, 1993 – Quellenangaben · Neddersen et al., 1993 – Originalpublikation.
Evidenz · Wissenschaftlich einordnen
Wie sind außergewöhnliche Wirkversprechen zu bewerten?
Historische Überlieferungen und persönliche Erfahrungsberichte sind keine belastbaren Wirksamkeitsnachweise. Für Behauptungen über die Heilung schwerer Erkrankungen oder eine automatische gezielte Regeneration durch Blutgold fehlen verlässliche klinische Belege.
Goldnanopartikel sind durchaus Gegenstand seriöser Materialforschung und experimenteller Diagnostik. Diese Forschung lässt sich aber nicht ohne Weiteres auf frei verkäufliche Goldkolloide und ihre beworbenen Anwendungen übertragen. Auch eine hohe Konzentration oder besonders hohe Preise liefern keinen Beleg für Sicherheit oder Nutzen.
Kurz geprüft · Wissenschaftlich nachvollziehbar
Was lässt sich bei Goldkolloiden tatsächlich messen?
ICP-MS / ICP-OES
Wie viel Gold? Misst den Gesamtgoldgehalt, unterscheidet allein aber nicht alle Teilchenformen.
TEM / STEM
Welche Partikel? Kann Nanopartikel abbilden und Größen untersuchen, nicht jedoch jede Goldspezies vollständig erfassen.
UV-Vis
Welche Lichtsignale? Kann Hinweise auf bestimmte optische Eigenschaften metallischer Goldpartikel geben.
Ergänzende Analysen
Welche Stoffform? Trenn-, Speziations- und Strukturmethoden helfen bei der Unterscheidung.
Entscheidungshilfe · Für Erstinteressierte
Vier typische Irrtümer rund um Kolloide
„Rot = monoatomar“
Nein. Rot kann von metallischen Goldnanopartikeln stammen.
„Mehr ppm = bessere Qualität“
Nein. Konzentration und Partikeleigenschaften sind verschiedene Dinge.
„Nano ist kein Kolloid“
Nein. Nanopartikel können die verteilte Phase eines Kolloids sein.
„ORMUS ist wissenschaftlich bewiesen“
Nein. Besondere ORMUS-Zustände sind nicht als eigenständige Stoffklasse bestätigt.
Häufige Fragen
FAQ: Blutgold und atomare Goldpartikel
Die Antworten erläutern physikalische Grundlagen. Die Eigenschaften eines konkreten Produkts lassen sich nur durch Analysen belegen.
Das lässt sich durch eine geeignete chemische Analyse der fertigen Flüssigkeit überprüfen. Der Produktname allein ist kein Nachweis.
Nein. Typische rubinrote Goldkolloide können ihre Färbung durch die optischen Eigenschaften metallischer Goldnanopartikel erhalten. Die Farbe allein beweist jedoch keine bestimmte Zusammensetzung.
1.000 ppm beschreiben näherungsweise 1.000 mg Gold pro Liter einer wässrigen Dispersion. Daraus ergeben sich allein keine Aussagen zu Reinheit, Stabilität, Partikelgröße oder biologischer Wirkung.
Ja, wenn nur ein entsprechender Teil des Ausgangsgolds in die fertige Flüssigkeit übergeht. 500 ml mit 1.000 ppm enthalten näherungsweise 0,5 g Gold. Ob dies tatsächlich vorliegt, klären Stoffbilanz und Laboranalyse.
Die Laserablation von Metallen in Flüssigkeiten zur Erzeugung kolloidaler Dispersionen ist bereits seit 1993 wissenschaftlich dokumentiert. Eine konkrete technische Weiterentwicklung kann dennoch neu sein.
Ja. Neutrale Goldatome können unter geeigneten Bedingungen wechselwirken und Cluster bilden; aus diesen können weitere Partikel entstehen. Ob und wie schnell das geschieht, hängt von den chemischen Bedingungen und möglichen Stabilisierungsmechanismen ab.
Schütteln bewegt die Flüssigkeit und verändert die Begegnungsbedingungen der Teilchen. Es führt aber nicht zwangsläufig zu einer Verklumpung. Ob Partikel zusammenlagern, hängt von ihrer Oberfläche sowie anziehenden und abstoßenden Wechselwirkungen ab.
Ja. Kleine Teilchen bewegen sich aufgrund thermischer Einflüsse selbst in einer ruhig stehenden Flüssigkeit – die sogenannte Brownsche Bewegung. Dadurch sind Begegnungen möglich; ob daraus dauerhafte Aggregate entstehen, hängt von der Stabilität der Dispersion ab.
Einzelne neutrale Goldatome tragen keine elektrische Nettoladung und können unter geeigneten Bedingungen miteinander Bindungen eingehen. Eine dauerhaft stabile wässrige Dispersion ausschließlich isolierter neutraler Goldatome wäre außergewöhnlich und müsste durch geeignete Analysen nachgewiesen werden.
Nein. Die typische rubinrote Farbe von Goldkolloiden hängt häufig mit einer lokalisierten Oberflächenplasmonenresonanz metallischer Nanopartikel zusammen. Violette oder bläuliche Färbungen können durch Partikelgröße, -form oder Aggregation entstehen. Aus der Farbe allein lassen sich jedoch weder die genaue Größe noch sämtliche vorhandenen Goldformen bestimmen.
Den Gesamtgoldgehalt kann ein Labor mit geeigneter Probenaufbereitung beispielsweise per ICP-MS oder ICP-OES bestimmen. Die Konzentration allein sagt aber nicht, ob das Gold als isolierte neutrale Atome, Ionen, Cluster oder Nanopartikel vorliegt.
Zum Untersuchen der Goldformen wären mehrere Methoden nötig: TEM/STEM zum Nachweis vorhandener Nanopartikel, UV-Vis zur Untersuchung charakteristischer optischer Eigenschaften und XAS/EXAFS für Hinweise auf die atomare Umgebung. Ergänzende Trenn- und Speziationsverfahren helfen, gelöste und partikuläre Anteile zu unterscheiden.
Entscheidend: Keine dieser Methoden kann allein beweisen, dass wirklich sämtliche Goldatome einer solchen Flüssigkeit dauerhaft isoliert und neutral vorliegen. Ein eindeutiger Nachweis von Goldnanopartikeln würde die Behauptung einer ausschließlich monoatomaren Zusammensetzung dagegen widerlegen. Auch die Stabilität während der Lagerung müsste untersucht werden.
Dazu braucht es eine geeignete Kombination von Analyseverfahren. UV-Vis kann plasmonische Hinweise liefern, TEM/STEM vorhandene Nanopartikel abbilden und ICP-MS die Gesamtgoldkonzentration bestimmen. Zur Unterscheidung gelöster und partikulärer Formen sind ergänzende Trenn- und Speziationsmethoden nötig. Keine dieser Einzelmethoden beweist für sich allein ausschließlich isolierte neutrale Goldatome.
Nein, nicht zwangsläufig. „Blutgold“ bezeichnet unterschiedliche historisch inspirierte Goldzubereitungen. „Monoatomares Gold“ meint wörtlich einzelne Goldatome, während ORMUS und ORME Begriffe aus alternativ-alchemistischen Vorstellungen über hypothetische besondere Materiezustände sind. Deren außergewöhnliche Eigenschaften sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
Ein kolloidales Goldprodukt kann dagegen physikalisch beschreibbare Goldnanopartikel enthalten. Ob ein als Blutgold oder ORMUS bezeichnetes Produkt tatsächlich Gold enthält und in welcher Form, lässt sich nur durch geeignete Laboranalysen untersuchen. Der Produktname ist kein Nachweis.
Weiterführendes Colloimed Wissen
Goldkolloide und Herstellung besser verstehen
Wissen aus der Colloimed Manufaktur
Fachwissen aus eigener Herstellung
Redaktion: Team Colloimed · Alneo GmbH
Colloimed beschäftigt sich mit der Herstellung kolloidaler Elementdispersionen, Kolloidgeneratoren und den physikalisch-chemischen Grundlagen der Kolloidherstellung. Unsere Fachbeiträge verbinden praktische Erfahrungen aus der eigenen Manufaktur mit wissenschaftlicher Literatur und nachvollziehbaren technischen Zusammenhängen.
Dabei unterscheiden wir bewusst zwischen wissenschaftlich belegten Erkenntnissen, historischen Überlieferungen und bislang nicht nachgewiesenen Behauptungen.
Quellen · Fachliche Einordnung
Wissenschaftliche Quellen & weiterführende Fachliteratur
Die externen Fachquellen öffnen sich zur Nachprüfung in einem neuen Tab. Sie belegen wissenschaftliche Grundlagen, nicht die Zusammensetzung oder Wirkung eines bestimmten Handelsprodukts.
- Fojtik, A. & Henglein, A. (1993): Laser Ablation of Films and Suspended Particles in a Solvent – Formation of Cluster and Colloid Solutions.
- Neddersen, J.; Chumanov, G.; Cotton, T. (1993): Laser Ablation of Metals: A New Method for Preparing SERS Active Colloids.
- Reich et al. (2017): Pulsed laser ablation in liquids – particle formation and bubble dynamics.
- NCCIH: Colloidal Silver – What You Need To Know (Einordnung gesundheitlicher Silberbehauptungen).
- Paracelsus (zugeschriebene Überlieferung), in: A. E. Waite (Hrsg.), The Hermetic and Alchemical Writings of Paracelsus, Band I, 1894, S. 38, Fußnote zu Aurum potabile, Goldöl und Quintessenz des Goldes. (Historische Edition; Zuschreibung nicht als gesichert zu verstehen.)
- Linden, Stanton J. (Hrsg.), The Alchemy Reader: From Hermes Trismegistus to Isaac Newton, Cambridge University Press, 2003, S. 170–173: „Francis Anthony (1550–1603): Aurum-Potabile“. (Wissenschaftshistorischer Kontext.)
Dieser Beitrag informiert über historische, chemische und materialwissenschaftliche Themen. Er ist keine Empfehlung zur Einnahme oder Anwendung bei Erkrankungen.